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Vitiligo in Deutschland

Markus Böhm, Lisa-Marie Müller, Alexa Benson, Alexander Heuck, Michael Sebastian

Die Dermatologie · 2026

Vollständiger Abstract

Worum geht es in dieser Arbeit?

Zusammenfassung Hintergrund Vitiligo ist eine chronische immunvermittelte Erkrankung, charakterisiert durch depigmentierte Hautareale und assoziiert mit vielfältigen psychischen und somatischen Begleiterkrankungen. Für Deutschland existieren nur begrenzt aktuelle Daten zu Prävalenz, Komorbidität und Therapieverhalten. Methodik In dieser retrospektiven Analyse von Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wurden Informationen von Versicherten (≥ 12 bzw. ≥ 18 Jahre) aus 2023 ausgewertet. Prävalenzfälle wurden anhand des ICD-10-GM-Codes für Vitiligo nach M2Q-Kriterien identifiziert, Inzidenzfälle durch fehlendes Auftreten im Vorjahr. Begleiterkrankungen wurden mit einer gematchten Kontrollkohorte verglichen. Die Therapieanalyse erfolgte für die Prävalenzkohorte und stratifiziert nach Fachgruppen und nach Ausschluss von Diagnosen mit überlappenden Therapien. Ergebnisse Die GKV-adjustierte Prävalenz von Vitiligo lag bei 0,14 %, die Inzidenz bei 0,03 %, beide mit Höchstwerten in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre. Von 673 analysierten ICD-10-Diagnosen waren 343 (51,0 %) signifikant häufiger bei Personen mit Vitiligo als bei gematchten Kontrollen (OR: > 1; p ≤ 0,05), besonders Autoimmunerkrankungen wie Thyreoiditis, Alopecia areata und Diabetes mellitus Typ 1. In der Prävalenzkohorte erhielten nur 22,1 % der Betroffenen eine abgerechnete Behandlung. In der Subkohorte spezialisierter Fachgruppen und Diagnosen ohne überlappende Therapien wurden 8,2 % behandelt, davon rund 90 % mit topischen Therapien. Systemische Glukokortikoide und UV-Therapien waren selten. Schlussfolgerung Die Analyse zeigt die aktuelle Versorgungssituation von Vitiligo in Deutschland, unterstreicht den systemischen Charakter der Erkrankung und deutet auf eine alarmierende Unterversorgung hin.

Bibliografischer Nachweis

Publikationsdaten

Autor:innen
Markus Böhm, Lisa-Marie Müller, Alexa Benson, Alexander Heuck, Michael Sebastian
Quelle
Die Dermatologie
Publikation
2026-01-01
Band / Ausgabe
Nicht angegeben
Seiten
Nicht angegeben
ISSN / ISBN
2731-7005, 2731-7013
Zitationen
0 laut Crossref
Referenzen
0 hinterlegt

Zitieren

Zitierfähiger Nachweis

Markus Böhm, Lisa-Marie Müller, Alexa Benson, Alexander Heuck, Michael Sebastian (2026). Vitiligo in Deutschland. Die Dermatologie. https://doi.org/10.1007/s00105-026-05764-5
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Themen, Förderung und Nutzung

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